Höhere Vitamin-B-Zufuhr mit geringerem Schlaganfallrisiko verbunden: Neue Forschungsergebnisse erklärt

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Schlaganfälle sind nach wie vor eine der Hauptursachen für Behinderungen in den Vereinigten Staaten und Anlass zur laufenden Forschung zu vermeidbaren Risikofaktoren. Eine kürzlich im American Journal of Preventive Cardiology veröffentlichte Studie legt nahe, dass eine ausreichende Zufuhr bestimmter B-Vitamine eine wichtige Rolle bei der Senkung der Schlaganfallhäufigkeit spielen könnte. Während Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung und Vermeidung des Rauchens gut bekannt sind, fügen diese neuen Daten der proaktiven Schlaganfallprävention eine weitere Ebene hinzu.

Die Studie: Groß angelegte Analyse bestätigt potenzielle Vorteile

Die Forscher analysierten Daten aus zwei großen nationalen Gesundheitsstudien – der Women’s Health Initiative und dem All of Us Research Program – mit über 222.000 Teilnehmern, die über Jahrzehnte beobachtet wurden. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Zusammenhang: Personen mit der höchsten Zufuhr der Vitamine B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B6 ​​(Pyridoxin) und Folat wiesen ein bis zu 20 % geringeres Schlaganfallrisiko auf als diejenigen mit der niedrigsten Zufuhr.

Konkret erlitten in einer Kohorte etwa 6.800 Teilnehmer über einen Zeitraum von 20 Jahren einen Schlaganfall. Bei Personen mit einem hohen B-Vitamin-Spiegel war die Inzidenz durchweg geringer. Eine separate Kohorte von 5.200 Personen, die sechs Jahre lang beobachtet wurden, bestätigte ähnliche Ergebnisse, wobei höhere B6- und Folatwerte mit niedrigeren Schlaganfallraten verbunden waren.

Warum B-Vitamine wichtig sind: Die biologischen Mechanismen

Die schützende Wirkung von B-Vitaminen kann auf mehreren miteinander verbundenen biologischen Prozessen beruhen. Ein wichtiger Mechanismus besteht in der Reduzierung des Homocysteinspiegels, einer Aminosäure, die das Schlaganfallrisiko erhöht, indem sie Blutgerinnsel fördert und die Arterienwände schädigt. Experten betonen jedoch, dass dies nicht die alleinige Erklärung sei.

„Ein niedrigerer Homocysteinspiegel macht nur etwa 11 % des Nutzens aus“, erklärt Dr. Simin Liu, Co-Autor der Studie und Direktor des Center for Global Cardiometabolic Health & Nutrition an der UC Irvine. Dies deutet darauf hin, dass zusätzliche Faktoren eine Rolle spielen.

Auch chronische Entzündungen sind ein entscheidender Teil des Puzzles. Dr. Sonya Angelone, eine registrierte Ernährungsberaterin, weist darauf hin, dass B-Vitamine dabei helfen, Entzündungen zu regulieren – eine Hauptursache für Arteriosklerose (Plaquebildung in Arterien) und Schlaganfall. Darüber hinaus sind diese Vitamine für die Energieproduktion unerlässlich, was sich direkt auf die Gefäßgesundheit auswirkt.

Der Zusammenhang ist nicht für alle B-Vitamine linear. Folat (B9) zeigt einen „Mehr ist besser“-Effekt, wobei Vorteile bei mindestens 2.000 Nahrungsfolatäquivalenten täglich beobachtet werden. Andere B-Vitamine (Thiamin, Riboflavin, Niacin, Pyridoxin) weisen eine umgekehrte J-förmige Kurve auf, was eher auf eine optimale Aufnahmeschwelle als auf einen unbegrenzten Nutzen hinweist.

Lebensmittel vs. Nahrungsergänzungsmittel: Priorisierung natürlicher Quellen

Während die Studie auf Vorteile sowohl aus der Nahrungsaufnahme als auch aus der Zufuhr von B-Vitaminen als Nahrungsergänzung hinweist, raten Experten dazu, nach Möglichkeit Nahrungsquellen zu priorisieren. Lebensmittel liefern zusätzliche Nährstoffe, wie z. B. Ballaststoffe, die zur allgemeinen Gesundheit beitragen.

„Es gibt nicht viele klinische Studiendaten zur Ergänzung mit B-Vitaminen wie Thiamin oder Riboflavin“, warnt Dr. Liu. Daher sollte eine hochdosierte Nahrungsergänzung nicht ohne ärztliche Anleitung erfolgen.

Personen mit bestimmten Risikofaktoren – wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familienanamnese, Schwangerschaftskomplikationen oder hohen Homocysteinspiegeln – können von der Besprechung einer Nahrungsergänzung mit einem Gesundheitsdienstleister profitieren.

Ernährungsempfehlungen: B-Vitamin-reiche Lebensmittel

Die Aufnahme von mehr B-Vitamin-reichen Lebensmitteln in Ihre Ernährung ist eine einfache Möglichkeit, das Schlaganfallrisiko potenziell zu verringern. Hier sind einige hervorragende Quellen:

  • B1 (Thiamin): Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Schweinefleisch, Sonnenblumenkerne
  • B2 (Riboflavin): Milchprodukte, Eier, mageres Fleisch, Mandeln
  • B3 (Niacin): Vollkorn, Geflügel, Thunfisch, Lachs, Erdnüsse
  • B6 (Pyridoxin): Geflügel, Fisch, Kartoffeln, Kichererbsen, Bananen
  • B9 (Folat): Dunkles Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Spargel, Avocado, Edamame, Zitrusfrüchte

Einfache Ernährungsumstellungen – wie die Bevorzugung von Spinat und Quinoa anstelle von Fertiggerichten oder der Genuss von Edamame als Vorspeise – können die B-Vitamin-Aufnahme deutlich steigern. Auch Avocado-Toast auf Vollkornbrot bietet eine überraschend gesunde und vitaminreiche Frühstücksvariante.

Letztendlich scheint die Aufrechterhaltung eines ausreichenden Vitamin-B-Spiegels ein wertvoller Bestandteil der Schlaganfallprävention zu sein, insbesondere im Kontext eines umfassenderen gesunden Lebensstils. Es gibt Hinweise darauf, dass die Achtsamkeit auf diese Nährstoffe zur langfristigen Herz-Kreislauf-Gesundheit beitragen kann.