Abtreibungskliniken im ganzen Land bereiten sich auf einen Anstieg von Belästigungen und potenzieller Gewalt vor, der durch ermutigte extremistische Gruppen und eine wahrgenommene Schwächung der bundesstaatlichen Schutzmaßnahmen ausgelöst wird. Eine Sicherheitswarnung des nationalen Netzwerks von Abtreibungsanbietern warnt Einrichtungen im Raum Washington, D.C. vor geplanten Unruhen im Zusammenhang mit Rescue Resurrection, einer Anti-Abtreibungsorganisation, die diese Woche vor dem Gebäude der Gesundheits- und Sozialdienste protestieren will.
Der Protest der Gruppe zielt darauf ab, die Trump-Regierung unter Druck zu setzen, den Zugang zu Abtreibungsmedikamenten, insbesondere dem Medikament Mifepriston, weiter einzuschränken, das seit dem Sturz des Urteils Roe v. Wade zu einem Schwerpunkt der republikanischen Opposition geworden ist. Der Zugang zu den Medikamenten hat sich seit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs dramatisch verbessert.
Der Gründer von Rescue Resurrection, Randall Terry, der zuvor für seine Beteiligung an gewalttätigen Anti-Abtreibungstaktiken in den 1980er und 90er Jahren bekannt war, ermutigt seine Anhänger offen zu zivilem Ungehorsam und Verhaftungen. Die Gruppe plante kurzzeitig koordinierte Angriffe auf Kliniken im ganzen Land, bevor sie auf den D.C.-Protest zurückging, aber die Absicht bleibt klar: die direkten Aktionen gegen Abtreibungsanbieter zu verstärken.
Eine Verschiebung des Bundesschutzes: Das aktuelle Klima ist aufgrund der jüngsten politischen Änderungen gefährlicher. Die Trump-Administration hat die Durchsetzung des FACE Act, eines Bundesgesetzes zum Schutz von Abtreibungskliniken und Patienten vor Gewalt, eingeschränkt und begnadigt Personen, die im Rahmen dieses Gesetzes verurteilt wurden. Dieser Schritt hat Extremisten ermutigt, die sich nun weniger durch die Bundesaufsicht eingeschränkt fühlen.
Nach Angaben der National Abortion Federation (NAF) sind die Vorfälle von Blockaden in Kliniken seit 2022 um über 500 %, die Stalking-Angriffe auf das Personal um 900 % und die Bombendrohungen um 133 % gestiegen. Die Gruppe hat regionale Warnungen an Kliniken in D.C., Virginia und Maryland herausgegeben und sich auf mögliche Blockaden und zunehmende Belästigungen vorbereitet.
Einige Anbieter erwägen, am Jahrestag von Roe v. Wade den Klinikbetrieb vorübergehend einzustellen, um Patienten und Personal zu schützen. Die Situation wird durch die zunehmende Kluft zwischen Strafverfolgungsbehörden und Kliniken verschärft, da Anbieter berichten, dass es ihnen bei Sicherheitsbedenken schwerfällt, überhaupt Kontakt zum FBI aufzunehmen.
Wachsende Unzufriedenheit innerhalb der Anti-Abtreibungsbewegung: Die Aktionen von Rescue Resurrection signalisieren auch Unzufriedenheit innerhalb der Anti-Abtreibungsbewegung selbst. Der Protest der Gruppe vor dem HHS ist eine direkte Botschaft an die Trump-Regierung und kritisiert die vermeintlich langsamen Maßnahmen zur Einschränkung des Zugangs zu Abtreibungspillen. Einige Hardliner-Gruppen fordern sogar die Absetzung des Lebensmittel- und Arzneimittelkommissars Marty Makary und des Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. wegen Verzögerungen bei der Sicherheitsbewertung von Mifepriston.
Das Zusammentreffen dieser Faktoren – geschwächte Bundesschutzmaßnahmen, ermutigte Extremisten und interne Spaltungen innerhalb der Anti-Abtreibungsbewegung – führt zu dem, was NAF-Chefin Brittany Fonteno als „perfekten Sturm“ für diejenigen bezeichnet, die in der Abtreibungsbetreuung arbeiten. Die zunehmende Gewalt ist nicht nur eine Bedrohung, sondern ein klares Zeichen dafür, dass der Konflikt um den Zugang zu Abtreibungen über rechtliche und politische Auseinandersetzungen hinaus zu einer direkten, physischen Konfrontation eskaliert.
Dieses Umfeld ist nicht nur eine Fortsetzung vergangener Muster; Es stellt eine bewusste Verlagerung hin zu aggressiveren Taktiken dar, die durch politische Signale und die vermeintliche Konsequenzenlosigkeit für diejenigen, die Abtreibungsanbieter ins Visier nehmen, angeheizt wird.
