Die Andeutung eines „Abbruchs“ in einer Beziehung kann beunruhigend sein. Es ist keine Trennung, aber es fühlt sich unangenehm nah an. Paare erwägen Pausen aus verschiedenen Gründen – Distanz, um Klarheit zu erlangen, persönliches Wachstum oder ungelöste Konflikte –, aber der Prozess erfordert sorgfältige Überlegung. Laut klinischen Psychologen können Pausen bei richtigem Umgang heilsam sein, bergen aber auch Risiken, wenn man sie beiläufig angeht.
Warum eine Pause in Betracht ziehen?
Bei Beziehungspausen geht es nicht darum, vor Problemen davonzulaufen, sondern darum, Raum für ehrliche Selbstreflexion zu schaffen. Experten weisen darauf hin, dass Distanz ungesunde Verhaltensmuster aufzeigen und es dem Einzelnen ermöglichen kann, seine Bedürfnisse einzuschätzen, ohne dem unmittelbaren Druck einer Partnerschaft ausgesetzt zu sein.
Eine Trennung ist jedoch keine Lösung, wenn Sie einfach Angst davor haben, die Beziehung zu beenden, externe Bestätigung durch andere Menschen zu suchen oder sie als eine Form der Bestrafung zu nutzen. In solchen Fällen ist eine direkte Kommunikation unerlässlich.
Wie lange sollte eine Pause dauern?
Es gibt keine festgelegte Dauer. Die ideale Länge hängt vom Grund der Pause und dem gegenseitigen Einvernehmen ab. Therapeuten empfehlen oft maximal vier bis sechs Wochen. Darüber hinaus tendiert die „Krisenphase“ dazu, sich in eine Anpassung – gesund oder ungesund – oder die Entwicklung von Bewältigungsmechanismen zu entwickeln.
Wesentliche Grundregeln für eine erfolgreiche Pause:
- Setzen Sie klare Grenzen: Definieren Sie akzeptables Verhalten, einschließlich Kommunikationshäufigkeit, sozialer Interaktion und möglicher Exklusivität. Durch die Einschränkung des Kontakts können weitere Komplikationen minimiert werden.
- Kommunikationsregeln vereinbaren: Legen Sie fest, wie, wann und ob Sie während der Pause kommunizieren. Es ist von entscheidender Bedeutung, die Grenzen des anderen zu respektieren.
- Entscheiden Sie sich für Exklusivität: Werden Sie mit anderen ausgehen? Experten raten davon ab, da neue Beziehungen das Urteil über die ursprüngliche Partnerschaft trüben können.
- Denken Sie an Kinder: Besprechen Sie gegebenenfalls, wie Sie Kindern die Situation altersgerecht erklären und dabei ihre Sicherheit und Stabilität betonen können.
- Priorisieren Sie die Selbstfürsorge: Nehmen Sie an Aktivitäten teil, die das persönliche Wachstum fördern und Sie wieder mit vernachlässigten Aspekten Ihrer selbst verbinden.
- Erwartungen neu bewerten: Identifizieren Sie unrealistische Erwartungen, die möglicherweise eher aus früheren Beziehungen als aus der aktuellen stammen.
- Verantwortlichkeiten wahren: Halten Sie finanzielle und Kinderbetreuungsverpflichtungen aufrecht, um unnötiges Drama zu vermeiden.
- Bewerten Sie die Grundursache: Bevor Sie eine Pause einleiten, überlegen Sie noch einmal, warum sie nötig ist. Ist es eine vorübergehende Lösung oder ein Zeichen für tiefer liegende, irreparable Probleme?
Wenn Pausen nach hinten losgehen können:
Eine Pause einzulegen, um beispielsweise das Thema Untreue nicht anzusprechen, ist kontraproduktiv. Experten gehen davon aus, dass solche Situationen eher eine direkte Konfrontation und Therapie als eine vorübergehende Trennung erfordern. Ein Bruch kann in diesem Fall den Zusammenbruch der Beziehung sogar beschleunigen.
Das Fazit:
Beziehungspausen können wertvolle Instrumente zur Selbstfindung und Beziehungserneuerung sein, aber nur, wenn sie mit Absicht, klaren Grenzen und gegenseitigem Respekt angegangen werden. Wenn sie unvorsichtig behandelt werden, kann es leicht zu genau der Trennung kommen, die sie eigentlich vermeiden wollten.
